Smartphone-Hilfe und Unterstützung für Senior:innen
Hans-Werner (73) ist gelernter Radio- und Fernsehtechniker und bei ihm läuft’s: sei es bei seinem Wissen über Technik, seinen Mittelstrecken-Fahrradtouren (20 – 50 km) oder seinem früheren Hobby Marathon. Hans-Werner betreut auch den Internet-Auftritt vom Ortskulturring Schafflund. Wenn Comedians und Künstler:innen in der Gemeinschaftsschule auftreten, kümmert er sich um die Beleuchtung. Falls es mal nicht um Laufen, Fahrradfahren und Technik geht, spielt Hans-Werner Boule, macht Gymnastik oder verreist gern. Denn vor neun Jahren hat er sich einen VW California mit Klappdach gekauft und ist nun häufig in Deutschland und den Nachbarländern unterwegs.

Hans-Werner, du bist schon dein ganzes Leben lang ein Technik-Spezialist.
Wie schaffst du es immer auf dem neuesten Stand zu bleiben?
Als ich in die Rente ging, habe ich mir ein neues Tablet geholt – ein Android. Mit dem iPhone kenne ich mich auch aus, aber mein Schwerpunkt liegt auf dem Android-Betriebssystem. Mit dem neuen Tablet ging es dann ganz langsam los. Erst mit Geocaching, aber dabei sollte es nicht bleiben. Dann wurde mein erstes Android-Handy gekauft. Ich stellte mir Fragen: Welche Apps gibt es noch und wie funktionieren die? Wie groß ist der Speicher meines Handys? Wie kann ich mich im WLAN anmelden? Auf all diese Fragen habe ich dann immer eine Antwort gefunden und bis jetzt ist für mich und alle anderen immer alles gut gegangen. Ich habe es nie vernachlässigt auf dem aktuellen Stand der Technik zu bleiben. Wie? Ganz einfach: Zu mir kommen Menschen mit technischen Problemen und ich versuche sie zu lösen. Google hilft mir sehr gut dabei. So sammle ich immer wieder neue Erfahrungen und verliere nicht den Anschluss.Wie empfindest du den technischen Wandel und die Digitalisierung?Für mich selbst finde ich den technischen Wandel sehr positiv. Gerade wenn ich an Internetbanking denke. Aber für andere ist es manchmal schwer, diese Systeme zu verstehen. Allein wenn wir beim Internetbanking nur an PIN, TAN und wie sie alle heißen, denken – da blicken ältere Herrschaften oft nicht durch – beispielsweise wofür ist welche Zahl? Und dann soll man sich das auch noch alles merken, ohne es aufzuschreiben. Damit jeder so etwas kann und es versteht, müsste es eigentlich einen Smartphone-Führerschein ab 60 geben, den man bei Kauf des Geräts machen muss.Stattdessen kommt da ein Pop-Up-Fenster nach dem nächsten hoch und die Leute denken: „Mist, da kaufe ich gleich ein Auto.“ Ich erkläre es dann gern in Ruhe und richte das Smartphone gemeinsam mit dem oder der Käufer:in ein. Am meisten Probleme haben die Leute mit offenen Systemen, wie WhatsApp. So etwas überfordert häufig die älteren Leute. Hier klicken, dort klicken und dann gibt es auch noch verschiedene Wege, um zum Ziel zu kommen. Fragen sind dann immer: „Was bedeuten die drei Punkte? Wie mache ich eigentlich Enter?Jetzt könnte man denken: Okay, sollte jede und jeder einfach einen Smartphone-Kurs machen – das reicht doch. Aber das halte ich nicht für sinnvoll. In so einem Kurs haben alle unterschiedliche System-Versionen, verschiedene Hersteller und Menüführungen. Da bringt es nichts, alles für alle ganz allgemein zu erklären. Ich habe mir angewöhnt, auf konkrete Fragen individuell zu antworten. So bekommt jede oder jeder was er oder sie möchte.
Dein Wissen gibst du ja gern an andere ältere Menschen und Senior:innen weiter. Warum?
Während der Coronazeit sind die Kontakte so runtergefahren worden. Hier war es ganz wichtig, dass man Kontakt hält. Zum Beispiel mit Zoom und anderen Videotelefonie-Programmen können Senior:innen telefonieren und sollten das auch lernen, um in Zukunft nicht in der Kommunikation abgehängt zu sein. Wie das geht, muss älteren Menschen beigebracht werden und sollte auch stets geübt sein. Ja, und jetzt gibt es zwar keine harten Corona-Regeln mehr, aber wir brauchen an einigen Stellen spezielle Apps wie die Corona- oder LUCA-App. Wie diese funktionieren, müssen ältere Menschen auch vorher erfahren. Im Freundes-, Bekannten- und Verwandtenkreis habe ich gesehen, wie die Hürden immer größer werden, mit den mobilen Geräten zurechtzukommen. Da habe ich gedacht, ich muss was machen. Mit meiner Unterstützung möchte ich nicht in erster Linie Geld verdienen, aber ich freue mich einfach über eine Wertschätzung (auch in Form einer Flasche Wein o. ä.).
Wie gibst du dein Wissen weiter?
Wenn mich Menschen anfragen, besuche ich sie am liebsten zuhause. Das ist häufig am leichtesten, denn dann ist auch alles im hauseigenen WLAN und alles ist vor Ort eingerichtet. Ich komme gern zu den Menschen nach Hause, bin dann eine Stunde da, helfe, mache mir Gedanken. Ich setze mich neben die Leute und lasse sie dann das machen, was sie noch nicht können. So lernt es sich am besten. Falls nicht, versuchen wir es noch gemeinsam, bis es eben klappt. Wenn dann alles funktioniert, gehe ich wieder, wenn nicht, machen wir einen weiteren Termin. Achja, mein Angebot gilt für den Großraum Schafflund und die Nachbargemeinden von Schafflund. Wenn es weiter weg geht, würden noch Fahrtkosten dazu kommen.
Mit welchen Fragen kann man sich an dich wenden? Wobei kannst du weiterhelfen?
Ich helfe gerne schon bei der Auswahl von Smartphones und gebe auch Kaufempfehlungen. Macht schon ein Senioren-Smartphone Sinn oder noch nicht? Ich helfe bei allen Problemen rund um das Smartphone. Am besten helfen kann ich beim Android-Betriebssystem. Ich bin nämlich kein iPhone-Spezialist, aber Fragen kann man mich trotzdem. Ja, jede und jeder kann mich kontaktieren und dann schauen wir uns das Ganze an, ob ich helfen kann. Falls nicht, frage ich jemand anderen. Meistens sind es ja die Anwenderprogramme und Apps, die die Schwierigkeiten machen, und dabei kann ich ja wieder helfen.
Wie kann man mit dir Kontakt aufnehmen?
Gern über meine Telefonnummer 04639-7848864 oder per Mail an krobhw@gmail.com
Hans-Werner Krob ist Rentner und hat alle Hände voll zu tun. Denn der 73-Jährige unterstützt mit seinem technischen Know-How ältere Menschen und beantwortet Fragen rund um Smartphones, Tablets und Co.
Simon, ein Mitarbeiter von https://deichdeern.com/ hat das Interview geführt.